Samstag, 19. November 2011

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"Man lernt die Freiheit mehr zu schätzen" - WESER-KURIER online

Sie waren beide im Big-Brother-Haus - wie kamen Sie auf die Idee, im Container leben zu wollen und dabei ständig von Kameras überwacht zu sein?

Klaus Aichholzer: Wegen der Imagepflege! Bei meinen Auftritten bei DSDS und Supertalent habe ich ein Blödmann-Image bekommen. Mit Big-Brother wollte ich zeigen, wie Klaus Aichholzer wirklich ist. Die Herausforderung, so lange eingesperrt zu sein und mit wenig Essen auskommen zu müssen, hat mich ebenfalls gereizt.

Leon Valjé: Ich habe mich einfach spontan beworben, ohne den Glauben, dass es funktioniert. Allerdings habe ich gedacht, dass ich da gut reinpasse. Mit langem Auf und Ab hat es ja dann auch ganz gut geklappt.

Nach Wochen im Big-Brother-Haus, hat Sie das Containerleben verändert?

Klaus Aichholzer: Man lernt die Freiheit mehr zu schätzen, schließlich war ich 197 Tage im Haus. Ebenso lernt man, die Familie mehr zu schätzen, denn im Haus hat man kaum Kontakt zu ihnen. Außerdem erlebte ich im Haus, wie hinterlistig Leute und die Gesellschaft sein können. Im BigBrother-Haus habe ich das sofort gemerkt, ist mir sehr bewusst geworden, eine krasse Erfahrung.

Leon Valjé: Ja, es hat mich verändert. Meine größte Erfahrung war, mich mit Leuten auseinanderzusetzen, mit denen ich im Leben sonst nicht zusammen komme oder gar auskomme. Dabei habe ich Toleranz und Weitsicht gelernt und mich selber besser einzuschätzen. Darüber hinaus: Im wirklichen Leben bekommt man selten so deutlich einen Spiegel vorgesetzt.

Als Sie den Container verlassen haben, waren Sie plötzlich berühmt. Was ist draußen auf Sie eingestürmt, hat Ihnen das beruflich und privat geholfen oder viel mehr geschadet?

Klaus Aichholzer: Man muss erst mal wieder klar kommen. Im Haus habe ich nicht damit gerechnet, dass es so einen Hype um meine Person gibt. Manchmal ist dies eher nervig, manchmal positiv. Grundsätzlich sehe ich dies allerdings positiv.

Leon Valjé: Ich kann das so noch gar nicht sagen, dafür bin ich zu kurz draußen. Beruflich ist es allerdings viel schwerer geworden. Einfach Jobs wie vor Big-Brother gibt es für mich gar nicht mehr, denn die Leute erwarten viel mehr. Ich würde auch sagen, ich bin bekannt und nicht berühmt. Jetzt versuche ich es mit Geschäftsleuten gemeinsam, die ebenfalls bekannt sind. Es dauert ziemlich lange, sich etwas aufzubauen, da muss ich mich erst reinfuchsen.

Herr Aichholzer, Sie sind Leon Valjé ein Jahr voraus. Nach Ihren Erfahrungen im vergangenen Jahr, was würden Sie ihrem Big-Brother-Kollegen raten?

Klaus Aichholzer: Man muss das Eisen schmieden, so lange es heiß ist. Die Bekanntheit nutzen, geschäftlich und karrieretechnisch. Es gibt so viele Formate, da muss man herausstechen. Gutes Marketing und ein guter Manager gehören dazu. Mein Tipp: Gas geben und Weichen stellen für die Zukunft.

Mit dieser Berühmtheit gehen auch Klatsch und Tratsch einher. In Zeiten des Internets wird da jedes noch so kleine Detail veröffentlicht, beispielsweise die Versuche als Callboy, die Arbeit als Porno-Klaus oder bei Ihnen Leon als Stripper beziehungsweise Showtänzer. War oder ist Ihnen das unangenehm?

Klaus Aichholzer: Ohne die Erotik wäre ich ein Stück weit nicht der Klaus, der ich jetzt bin. Aber mir ist klar, dass Deutschland und die hier herrschende Doppelmoral mir nie einen Werbevertrag von beispielsweise Daimler sichern werden. Ich mache halt das Beste daraus. So ein bisschen verrucht, das ist ja auch nicht schlecht. Fernsehmäßig ist das allerdings nicht so einfach. Letztendlich spielt bei vielen Neid eine Rolle, und den muss man sich schließlich auch erst erarbeiten.

Leon Valjé: Ich mache das erotische Showtanzen seit 17 Jahren. Unangenehm ist mir das gar nicht. Es berührt mich auch nicht, was die Leute sagen, so lange sie nichts auseinanderpflücken oder mir übel nachreden. Klar bin ich ein Stück weit buchbar. Am Ende ist es für mich auch fast schon bewundernswert, wie viel Mühe sich die Leute geben, um jede Kleinigkeit über mich in Erfahrung zu bringen.

Was sagen denn die Familie oder die Partner zum Erotikberuf?

Klaus Aichholzer: Ich bin seit 16 Jahren überzeugter Single, ein Partner sagt also bislang nichts. Die Familie steht voll und ganz hinter mir. Es ist ganz wichtig, offen damit umzugehen. Beim Pornodreh beispielsweise habe ich viele Akteure erlebt, deren Angehörigen wussten davon nichts. Das finde ich richtig schlimm.

Leon Valjé: Meine Familie sieht das genauso wie ich. Sie wissen deshalb auch, jede Art von Vorwürfen einzuordnen. Ich bin immer offen mit allem umgegangen. Schlimmer wäre es, wenn meine Familie erst jetzt davon erfahren hätte.

Wie begegnen Ihnen allgemein die Menschen, eher positiv oder eher negativ?

Klaus Aichholzer: Da ich ein sehr polarisierendes Image habe, würde ich sagen 50:50. Da geht es mir wie Dieter Bohlen - entweder man liebt mich, oder man hasst mich. In der Disko fliegen mir während der Auftritte auch schon mal Zitronenscheiben um die Ohren oder ich werde blöd angepöbelt. Man muss halt lernen, damit umzugehen. Ansonsten reagieren die Menschen überwiegend positiv.

Leon Valjé: Es gibt immer zwei Seiten, egal wo man ist. Die Reaktionen sind überwiegend positiv, von der Omi bis zum 14-jährigen Mädchen. Bei meinen Auftritten ist allerdings auch viel Neid dabei.

Werden Sie auf der Straße erkannt, können Sie beispielsweise noch normal einkaufen gehen?

Klaus Aichholzer: Ich werde ziemlich häufig erkannt, mit freiem Oberkörper noch viel mehr (er lacht). Wenn einer sich traut, mich anzusprechen, folgen die anderen, wie bei einer Kettenreaktion. Ich werde erkannt in Österreich, Schweiz, Holland, ja sogar in Finnland kamen die Mädchen auf mich zu. Dieser D-Promistatus ist schon nicht schlecht.

Leon Valjé: Bei mir ist es so ähnlich, man wird auf jeden Fall erkannt, an manchen Tagen ist es ganz extrem. Da gibt es Leute, die wundern sich, dass ich Einkaufen gehe - als würde ich nichts Essen. Es gibt aber auch Tage, da denke ich gar nicht mehr an BigBrother.

Sie waren beide im Container, haben beide einen Namen in der Erotikbranche. In Internetforen wird darüber spekuliert, dass Sie nicht in der Lage seien, Ihr Geld anders zu verdienen. Werden Sie mit solchen Ansichten persönlich konfrontiert?

Klaus Aichholzer: Die Leute verstecken sich hinter einem Pseudonym im Internet, manchmal kommen sie auch nach entsprechendem Promillegehalt morgens um 2 Uhr in der Disko an. Dazu sage ich nur, im BB-Haus gab es einen IQ-Test, ich hatte 117. Ich stehe zur Erotik und dass ich damit mein Geld verdient habe. Der neue Klaus zeigt, dass er andere Wege gehen kann.

Leon Valjé: Nein, nie. Selbst wenn die Leute bei Radio-Interviews die Gelegenheit haben, diese Fragen zu stellen, sie trauen sich nicht. Wer wirklich recherchiert, weiß, ich kann auch anders.

Würden Sie behaupten, dass die Erotikgeschichte von Vorteil zur Teilnahme am BigBrother-Haus war?

Klaus Aichholzer: Bei mir glaube ich schon, dass sie einen männlichen Part gesucht haben, vorher gab es in dieser Hinsicht nur Frauen. Ich wollte der Gesellschaft trotzen, gegen den Strom schwimmen. Wollte aber auch zeigen, dass ich ein ganz normaler Mensch bin.

Leon Valjé: Wenn ich das jetzt so höre, könnte es sein. Sicher falle ich - schon rein äußerlich - unter den anderen auf.

War Ihnen eigentlich klar, wie sehr die Erotikgeschichte nach Big-Brother in ihr Leben eingreifen wird?

Klaus Aichholzer: Das war mir klar, den Mantel kriege ich nie wieder ausgezogen.

Leon Valjé: Ich würde den Mantel auch gar nicht ausziehen wollen, ich gehe darin auf. Die Menschen reiten am meisten auf den Dingen herum, die anstößig sind. Sonst wären wir ja jetzt auch nicht hier.

Hatten Sie mal Bedenken als Porno-Klaus oder Erotiktänzer Leon ein schlechtes Vorbild für die Jugend zu sein?

Klaus Aichholzer: Wichtig ist, dass die Aussage dahinter steht - Sex ja, aber nur mit Kondom. Die eigentlichen Verbrecher sind die, die Pornos für Jugendliche im Internet frei zugänglich machen. Dass ich nicht der Wunschschwiegersohn von nebenan bin, das ist mir auch klar.

Leon Valjé: Ich finde es eher ein schlechtes Vorbild, etwas vorzugeben und zu leben, was nicht so ist. Sex und Erotik gehören zum Leben, siehe Bravo und Doktor Sommer. Wir sind nun mal alle nackt und haben Sex. Aber man sollte darauf achten, dass die Jugend richtig aufgeklärt wird. Verschleierungstaktik, die finde ich gefährlich. Deshalb denke ich schon, dass wir Vorbilder sein können, sofern wir vernünftig und offen damit umgehen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren, gibt es beruflich einen Plan B?

Klaus Aichholzer: Es gibt immer einen Plan B, schließlich habe ich ja noch eine Ausbildung zum Energieelektroniker. Wer in Deutschland einen Job finden will, der findet auch einen. Klaus in zehn Jahren: der hat ein eigenes TV-Format, einmal die Woche - eine Mischung aus Comedystreet, TV-Total und Peep.

Leon Valjé: Ich habe es aufgegeben, Zukunftspläne zu machen. Ich arbeite ständig an meiner Marke, an meinem Ich. Zur Zeit mache ich alles auf einmal. In meiner Karriere vor Big-Brother habe ich schließlich auch ständig gearbeitet. Jetzt brauche ich nicht mehr viel, um in Rente gehen zu können. Als nächstes plane ich eine CD mit Klaus Aichholzer und Zoran Stepput. Es wird ein deutscher, mitsingbarer Text. Das Musik-Video dazu drehen wir im Übrigen irgendwo in Vegesack.

Ich danke Ihnen beiden für dieses offene Gespräch.





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