Google News: big brotherBig Brother kehrt vom Mars zurück - Badische ZeitungWenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden knnen Sie den Accesskey + z benutzen. 04. November 2011 Nach 520 Tagen auf engstem Raum endet die Mars-Simulation in Russland fr die sechs Besatzungsmitglieder aus vier Lndern.
MOSKAU. Millionen Erdenbrger knnen am Freitag miterleben, wie ein aufwendiges Experiment zu Ende geht: die Simulation eines bemannten Flugs zum Mars. Das russische Fernsehen bertrgt live, wenn sich Punkt 14 Uhr Ortszeit (11 Uhr MEZ) im Moskauer Institut fr Biomedizinische Probleme die Tren des Moduls ffnen, in denen drei Russen, ein Italiener, ein Franzose und ein Chinese ? darunter zwei rzte und drei Ingenieure ? 520 Tage verbrachten. Genau solange nmlich wrde die Reise von der Erde zum 160 Millionen Kilometer entfernten roten Planeten nach derzeitigem Stand der Technik dauern: 250 Tage der Hinflug, 30 Tage die eigentliche Mars-Mission und 240 Tage der Weg zurck. Maximale Realittsnhe hatten sich Russlands Raumfahrtbehrde Roskosmos und deren europisches Pendant ESA, die das "Raumschiff" gemeinsam bauten, schon beim vorbereitenden Experiment verordnet, zu dem 2009 sechs Mnner ? darunter der Bundeswehroffizier Oliver Knickel ? fr 105 Tage in den Container krochen. Russische Kosmonauten brachten es zwar auf Langzeit-Flgen schon des fteren auf mehr als die doppelte Zeit, aber mit einer internationalen Besatzung wollte man das Wagnis offenbar nicht eingehen. Denn hnliche Experimente hatten zuvor zweimal abgebrochen werden mssen, nachdem die "Astronauten" sich in die Haare bekamen. Werbung Sowohl beim Mars-500-Experiment wie auch bei dessen Vorlufer waren daher nicht durchsetzungsstarke Alphatiere, sondern ausgeglichene Charaktere mit Kompromissbereitschaft gefragt. Und das hat offenbar funktioniert. Ein an Bord gedrehtes Video vom 3. Juni 2011 ? genau ein Jahr nach Beginn des Marsflugs ? zeigt sechs blasse, aber leidlich zufriedene Mnner bei den letzten Vorbereitungen fr das Festmen: Pizza mit Bambussprossen, gezogen im bordeignen Gewchshaus und gedngt mit Stoffwechselprodukten der Mnner-WG. Heerscharen von Medizinern und Biologen strzen sich auf die Mnner. Untersucht wurde unter anderem, welche Auswirkungen enge Lebensrume aufs Allgemeinbefinden und das menschliche Immunsystem haben, wie der Krper auf fehlendes Tageslicht reagiert, wie sich der Wach-Schlaf-Rhythmus ndert und wie sich das alles auf Herz und Kreislauf auswirkt. Offenbar gut, was auch an der salzarmen Ernhrung liegt. Die Hersteller ? Verpflegung fr den Hinweg lieferten auch deutsche Firmen ? hatten sich an die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen sechs Gramm pro Tag gehalten. Fr Europer gewhnungsbedrftig, vor allem die Russen meckerten, was das Zeug hielt, als sie nach 130 Tagen einen rztekongress per YouTube grten. Auch Psychologen hatten mit den Mars-Bezwingern gut zu tun: Mit Beobachtungen zur Entwicklung von Gruppendynamik und Kommunikationsverhalten. Wie im Big-Brother-Container sorgte an Bord ein Dutzend Kameras dafr, dass es keinen toten Winkel gab. Das Team, lobt die ESA, habe funktioniert und Routineaufgaben wie Experimente mit "groer Disziplin und Perfektion" erledigt. Ihre eigene Sicht der Dinge werden die Mnner am Dienstag auf einer Pressekonferenz darlegen. Erst dann erhalten sie auch ihre volle Freiheit zurck: Die ersten vier Tage nach der Landung kommen sie in Quarantne. Wie nach einem echten Besuch auf dem Mars.
Auch der wurde simuliert. Drei Mnner, angetan mit weien, 30 Kilo schweren Raumanzgen, keuchten, als sie am 14. Februar unendlich langsam die russische Flagge in eine Oberflche rammten, in deren Gestaltung alles Wissen eingeflossen war, das die Menschheit derzeit zu Boden und Atmosphre des roten Planeten besitzt. Und das Drehbuch zur Erkundung sah jede Menge Gemeinheiten vor, die es abzuwehren galt: Magnetstrme etwa oder einen Meteoriten-Regen mit faustgroen Felsbrocken. Das Mars-500-Experiment, so Mark Belokowski, der stellvertretende Direktor des federfhrenden Instituts fr Biomedizinische Probleme, sei trotz allem nur bedingt mit einem echten Marsflug vergleichbar. Dieser sei ungleich schwerer und frhestens in 20 Jahren mglich. Aber trumen drfe man nicht nur, man msse. Entscheidend fr das Gelingen eines Marsflugs, meint Oleg Artemjew, der bereits mehrere Langzeit-Missionen im All hinter sich hat, sei die Verbesserung der Kommunikation zwischen Raumschiff und Erde. Das Problem sei nicht so sehr, dass Emails den Adressaten erst nach 20 Minuten erreichen, sondern abnehmendes Interesse zuhause. Der Rckflug, darber sind sich Experten einig, sei fr die Crew der eigentliche psychologische Hrtetest. Viele Forscher halten Roboter deshalb fr die Lsung. Zwei Amerikaner indes wollen eine Besatzung mit One-way-ticket auf den Mars schicken. Freiwillige sollen bereits Interesse bekundet haben. Autor: Elke Windisch Für die Inhalte dieses Feeds ist alleine der jeweilige Autor/Anbieter verantwortlich. Die Inhalte stellen nicht die Meinung von RSS2Email dar. Dies ist eine automatisch generierte E-Mail. Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail. Wenn Sie keine Emails mehr von uns erhalten wollen, gehen Sie bitte auf den Menüpunkt "Meine Daten". |
Donnerstag, 3. November 2011
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