Freitag, 7. Oktober 2011

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Big Brother Louis Campbell - Schwäbisches Tagblatt

Basketball: Heim-Start der Walter Tigers gegen Frankfurt

Big Brother Louis Campbell

Louis Campbells Job-Beschreibung bei den Walter Tigers ist simpel: ?Er muss alles machen?, sagt sein Trainer Igor Perovic vor dem Bundesliga-Auftakt der Tübinger Basketballer gegen Frankfurt (Samstag, 20 Uhr, Paul-Horn-Halle).

Tübingen. Die Walter Tigers 2011/2012 sind das jüngste Team der Tübinger Bundesliga-Geschichte. Mit 32 ist Louis Campbell Senior: ?Für mich ist diese Rolle ganz neu?, sagt der Ex-Oldenburger, den Igor Perovic zum Kapitän bestimmt hat. ?Campbell bekommt grünes Licht von mir?, stellt Perovic die Bedeutung des Routiniers als Bindeglied zwischen Coach und Mannschaft heraus. ?Ich bin für die Jungen der Big Brother?, sagt Campbell, ?so eine Art Mentor?. Er habe eine gewisse Eingewöhnungsphase gebraucht, sagt Campbell, der im Sommer erstmals in meiner Karriere richtig Pause gemacht hat. Nach einer Adduktorenverletzung kurierte sich der Amerikaner aus ?meine Beine waren müde, aber jetzt sind sie wieder voll da?, sagt Campbell.

Der Tigers-Hoffnungsträger hat sich mit seiner Frau, drei Töchtern und obendrein zwei Hunden mittlerweile gut eingelebt. Er müsse seine Familie in der Nähe haben, sagt Campbell, ?sonst funktioniere ich einfach nicht ? und deshalb habe ich den ganzen Zirkus mitgebracht?. Auf dem Feld fehlt Campbell bisher allerdings noch die Ausstrahlung eines Führungsspielers. ?Ich habe in ein paar Spielen schlecht ausgesehen?, räumt er ein. Das verkorkste Vorbereitungsspiel gegen Gießen habe im Nachhinein aber auch etwas Gutes, sagt Trainer Perovic: ?Da waren die Spieler nervös, vielleicht hat das jetzt den Druck von ihnen genommen?.

Während die Tigers gegen Gießen verloren, feierte Frankfurt im Test gegen denselben Gegner einen 92:67-Erfolg. Bei der Niederlage der Skyliners zum Saisonauftakt gegen Oldenburg spionierte Perovic vor Ort. Frankfurt sei zwar stark, dennoch glaubt der Tigers-Trainer an sein Team: ?Wenn wir alle 100 Prozent erreichen, könne wir auch dieses Spiel gewinnen?. Und Campbell findet: ?Es ist doch großartig, der Außenseiter zu sein?.

Die letzten Trainingseinheiten, so Coach und Kapitän unisono, seien vielversprechend gewesen. ?Wir sind alle auf einer Linie?, sagt Campbell. Der Teamgeist sei großartig, sagt Perovic: ?Bei allen steht der Erfolg der Mannschaft an erster Stelle ? das unterscheidet dieses Team von anderen?. Die Fans könnten sich auf Hochgeschwindigkeits-Basketball einstellen, verspricht der Trainer. ?Wir werden aggressiv und physisch spielen, schnell, aber nicht wild?. Dazwischen liege nur eine schmale Grenze ? diese nicht zu überschreiten, wird eine der vielen Aufgaben des Spielmachers Louis Campbell.

Mit einem Etat von unter 2 Millionen Euro sind die Walter Tigers im Liga-Vergleich hinten ? Branchen-Primus FC Bayern München hat gleich im Aufstiegsjahr 8,5 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, der Durchschnitts-Etat liegt bei 3,3 Millionen Euro. Die Tübinger kalkulieren mit einem Zuschauer-Schnitt von knapp 2700 Fans pro Heimspiel (im Vorjahr kamen durchschnittlich 2702 Zuschauer in die Paul-Horn-Arena). Bei Heimspielen tragen die Tigers weiterhin das Logo der Stadtwerke auf der Brust, der Vertrag wurde um ein Jahr verlängert. Die Reutlinger Firma Eyevis, bisher auf den Auswärtstrikots vertreten, wechselt auf die Aufwärm-Shirts. Dafür ziert Namenssponsor Walter künftig auch die Auswärtstrikots. ?Premium-Flächen auf Trikot und Hose sind aber noch frei?, sagt Manager Robert Wintermantel.

hdl



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